Klassisch Amerikanische Cranberry Sauce mit Apfelsaft

“Wozu isst man das eigentlich?”, war die erste Frage meiner Mutter, als erzählte, dass ich Cranberry Sauce für unser Thanksgiving Dinner koche. Sie fragt mich nicht, wie die Sauce schmeckt, nämlich süß-sauer, und sie fragte mich auch nicht, wie ich sie machen , nämlich ungefähr wie eine Marmelad. Nein, die Frage meiner Mutter ging tiefer: hat diese Sauce überhaupt einen Sinn?!? Ehrlich gesagt, hatte ich mich das anfangs auch gefragt. Wir haben zwar schon ein Thanksgiving hier gefeiert, und das sogar mit Amerikanern, aber weder mein Mann noch ich haben letztes Jahr die Cranberry Sauce probiert. Irgendwie passte sie für uns nicht zu dem Essen.

 

Cranberry Sauce

 

Dieses Jahr wollten wir aber die ganz große Thankgsgiving Show und da gehört eine Cranberry Sauce einfach dazu, Punkt, fertig, aus. Also habe ich alle meine Vorurteile und verqueren Vorstellungen gegenüber dem unscheinbaren, roten Beerenbrei über Bord geworfen und mich auf die Suche nach einem geeigneten Rezept gemacht. In der Sonntagsbeilage einer der größten amerikanischen Zeitungen wurde ich dann auch fündig: ein simples, schlichtes und – wie von mir gewünscht – klassisch amerikanisches Rezept für eine Cranberry Sauce mit Apfelsaft. Testen durften meinen Erstversuch Freunde von uns bei einem Thanksgiving Probe Dinner.

 

Und wer hätte es gedacht: jedem von uns hat sie richtig gut geschmeckt und Millionen von Amerikanern essen zu Recht jedes Jahr am dritten Donnerstag im November die köstliche Sauce.

Heute kann ich die Frage meiner Mutter also einfach und ohne Bedenken damit beantworten, dass die Cranberry Sauce zum Truthahn, dem Kartoffelbrei, dem Dressing*, den Beilagen, ja einfach zu allem herrlich schmeckt.

 

Cranberry Sauce

 

Vielleicht bin ich mittlerweile amerikanisiert, aber mir kann wirklich niemand erzählen, dass dieser feine Hauch an Süße nicht hervorragend zu einem herzhaften Gericht passt.  Und wer das jetzt noch immer nicht glaubt, dem werden an Weihnachten die Preiselbeeren weggenommen!

* Das Dressing ist so etwas Ähnliches wie eine Truthahn-Füllung mit Brot und anderen Zutaten (engl. Stuffing), wird aber nicht im Truthahn gegart, sondern als Auflauf außerhalb des Vogels.

 

Cranberry Sauce

 

Klassisch Amerikanische Cranberry Sauce mit Apfelsaft

11/23/2017
: 8 - 10 Personen

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Ingredients
  • 340 g Cranberries
  • 180 ml Apfelsaft
  • 170 g Zucker
  • Schale 1/4 Orange
  • Salz
Directions
  • Step 1 Los geht es mit den Cranberries. Packung auf, waschen und ab in einen kleinen, aber hohen Topf. Gebt alle anderen Zutaten mit einer Prise Salz dazu und kocht die Mischung langsam auf. Anfangs wird es quietschen und zischen, das ist vollkommen normal.
  • Step 2 Sobald es schäumt und die Beeren weichen werden und anfangen zu platzen, müsst ihr sie weitere 4 – 5 Minuten kochen lassen. Damit nichts anbrennt, solltet ihr fleißig rühren und dabei die Beeren, die nicht von selbst platzen, am Topfrand zerdrücken.
  • Step 3 Die Cranberries enthalten, wie viele andere Früchte auch, Pectin. Dieser Inhaltsstoff lässt die Masse gelieren. Das spart euch eine Zutat (das Pectin) und sorgt dafür, dass eure Sauce eine marmeladenartige Konsistenz bekommt. Sobald diese erreicht ist und sich beim Rühren die Masse so teilt, dass ihr den Boden des Topfs sehen könnt, schaltet ihr den Herd aus. Entfernt die Orangenschale und füllt alles in ein passendes Gefäß.
  • Step 4 Eure Cranberry Sauce könnt ihr nach dem Abkühlen direkt verspeisen oder bis zu einer Woche im Kühlschrank aufbewahren. Neben dem klassischen Thanksgiving Essen passt sie auch gut zu Pfannkuchen, Camembert und Frischkäse-Brot. Nur für den Fall, dass ihr noch etwas übrig haben solltet.

Falls ihr noch nach Inspiration für euer Thanksgiving Dinner sucht, schaut auf meiner Pinwand vorbei! Wohl bekomm’s!


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