Faschingskrapfen aus dem Backofen

Kreppel

 

In zwei Tagen ist Altweiber und langsam trudeln die ersten Karnevals- und Faschingsbilder ein. Unsere Freunde in der Heimat sind fleißig am Feiern. Als Giraffen, Meerjungfrauen, Cowboys, Einbrecher und Konsorten machen sie die Bälle und Parties der Gegend unsicher. Hier in Tennessee gibt es zwar auch Mardi Gras, aber so richtig gefeiert wird das nicht. Wir waren am Wochenende mit deutschen Freunden unterwegs und alle waren etwas wehmütig. Aber sei es drum! Ich habe die fünfte Jahreszeit als absoluter Fan schon mehr als genug gefeiert und wenn ich ehrlich bin, wahrscheinlich sogar noch für ein paar Leute mit. Im Studium haben wir karnevalistisch an Fettdonnerstag (das Aachner Pendant zu Altweiber) begonnen, um freitags nach Aschaffenburg zu fahren und dort die restlichen Tage des Faschings mit allem was dazu gehört zu zelebrieren. Am Aschermittwoch war ich meist so platt, dass ich die Fastenzeit, mit der ich eigentlich nichts am Hut habe, herzlich willkommen hieß und mir den ganzen Tag auf dem Sofa die Decke über den Kopf zog.

Diese ausführliche Feierei ist, wie erwähnt, hier leider nicht möglich, was auch absolut in Ordnung ist. Ich werde sicher nochmal die Chance haben auf Fasching oder Karneval zu gehen. Bis dahin freue ich mich darüber, dass es kleine Dinge gibt, die ich hier genauso genießen kann und die mich an die herrlich verrückte Party, die (Süd- und West-) Deutschland für ein paar Tage in Atmen hält, erinnert. Wovon ich spreche? Natürlich von Faschingskrapfen, oder besser gesagt Kreppel, wie wir sie in Unterfranken nennen. Ohne die ist die fünfte Jahreszeit für mich unvollständig und hier bringt das Gebäck ein bisschen Heimat in unsere Küche im Osten Tennessees.

 

Kreppel

 

Wer die Leckerei nicht kennt, dem sei gesagt, dass es sich dabei um süßen, frittierten Hefeteig handelt, klassisch mit Puderzucker bestäubt und mit Marmelade gefüllt. Kreppel sind die deutsche Version des amerikanischen Donuts und stehen dem US Klassiker in nichts nach. Sogar Sean und Sara von den Makers Donuts in Nord Knoxville, die sich wirklich auskennen, waren nach einem kleinen Kreppel-Tasting ganz begeistert.

In meiner Version habe ich zum Befüllen anstatt der Marmelade eine selbstgemachte Crème Pâtissière benutzt. Das Rezept für diese köstliche Vanillecreme gibt es nächste Woche auf dem Blog, seid also gespannt! Die mit Zitronenabrieb gewürzten Teigstückchen habe ich auch nicht frittiert, sondern gebacken.

Frittieren ist nicht so meins und deshalb habe ich mich entschieden die Kreppel im Backofen zu machen. So werden sie etwas leichter, ob sie jedoch gesünder sind, sei mal dahingestellt. Die Technik hat jedoch Vorteile, die sie für mich mehr als interessant machen: man muss nicht ein bis zwei Liter Öl erwärmen und auf Temperatur halten oder die Wohnung nach der Frittier-Aktion bei Minusgraden lüften. Steckt ihr eure Kreppel in den Ofen, erfüllt der herrlich süßen, zart zitronige Duft, den ich persönlich gerne in Flaschen abfüllen würde, innerhalb von wenigen Minuten eure Küche.

Holt euch also mit meinen Faschingskrapfen aus dem Backofen ein kleines Stück der fünften Jahreszeit nach Hause, denn die mit Crème Pâtissière gefüllten und mit Puderzucker bestäubten Gebäckstückchen sind Fasching und Karneval für den Gaumen!

 

Kreppel

 

ZUTATEN (für 10 Faschingskrapfen)

125 ml Milch

4 g Hefe

250 g Mehl

40 g Puderzucker

4 g Vanillezucker

¼ TL Salz

Abrieb ½ Zitrone

2 Eier

60 g Butter

Füllmaterial (Marmelade oder Crème Pâtissière)

 

ZUBEREITUNG

50 g Butter aus dem Kühlschrank nehmen und in 5 mm x 5 mm große Würfel schneiden und während der Gehzeit des Vorteigs warm werden lassen.

Für den Vorteig die Milch in einem Topf erwärmen. Die Milch vom Herd nehmen, sobald sie zu dampfen beginnt. Mit 40 g Mehl vermischen und anschließend die Hefe sowie den Zucker einrühren. Abgedeckt für ca. 30 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

Restliches Mehl in eine Schüssel sieben. Das ist ein KANN, kein MUSS. Durch das Sieben wird das Mehl nochmal extra aufgelockert und luftig. Für andere Teige, wie Biskuit ist das wichtiger als für unseren Hefeteig, schaden wird es aber auch hier nicht. Butterwürfel ebenfalls in die Schüssel geben und mit dem Mehl verkneten. Ihr könnt ein Handrührgerät oder eure Küchenmaschine benutzen. Am besten funktioniert es für mich jedoch mit den Händen. So könnt ihr schnell und einfach sicherstellen, dass die Butter verarbeitet und gut mit dem Mehl vermischt ist.

Die Schale einer halben Zitrone fein reiben. Achtet darauf nur den oberen, gelben Teil zu nutzen. Hier sitzen die leckeren Aromastoffe. Die weiße Haut darunter ist zwar sehr gesund, aber bitter und somit nicht für unsere Zwecke geeignet. Den Abrieb in eine weitere Schüssel geben und mit Vanillezucker sowie 30 g gesiebten Puderzucker vermischen. Zwei Eier aufschlagen und mit der Zitronen-Zuckermischung verrühren.

Anschließend werden das restliche Mehl, der Vorteig und die Ei-Zitronen-Zuckermischung zu einem glatten Teig verarbeitet, der mindestens eine Stunde an einem warmen Ort gehen sollte.

 

Kreppel

 

Nach der Gehzeit den sehr luftigen und etwas klebrigen Teig mit einem bemehlten Spatel auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben. Nun noch etwas Mehl über den Teig streuen und zu einer Rolle formen. Diese mit einem Messer in 10 Stücke à 50 – 55 g teilen. Für mich hat es sich wirklich bewährt die Teigstücke abzuwiegen. So werden sie hübsch uniform und sehen alle (fast) gleich aus. Praktisch für all die Futterneider unter uns!

 

Die Teigstück werden zu Kugeln geformt bzw. geschliffen. Schleifen ist eine Technik, die relativ einfach ist, wenn man sie ein bis zwei Mal gemacht hat . Der Teig wird dafür erst leicht plattgedrückt, dann ein Drittel nach innen gefaltet und das gegenüberliegende Drittel darüber. Das Teigstück aufnehmen und zu einem kleinen Säckchen formen. Umdrehen und mit der Faltung nach unten auf die bemehlte Arbeitsfläche legen. Die Hand in einer Art Kralle darüberstülpen und den Teig mit etwas Druck in kreisenden Bewegungen zu einer Kugel schleifen. Mit allen Teigstücken so verfahren.

Ein Blech mit Backpapier auslegen, bemehlen und die geschliffenen, rohen Krapfen darauflegen. Mit einem zweiten Blech oder einem großen Schneidebrett die Krapfen leicht andrücken, abnehmen und nochmal für 30 Minuten gehen lassen.

 

Ofen auf 200 °C vorheizen. Krapfen darin für 12 – 13 Minuten auf der mittleren Schiene backen, bis sie goldbraun sind. Blech herausnehmen und etwas abkühlen lassen.

Währenddessen die restliche Butter in einem Topf schmelzen und das Füllmaterial bereitstellen. Ich habe Crème Patissière, eine selbstgemachte Vanillecreme benutzt (das Rezept gibt es nächste Woche auf dem Blog!). In der Zwischenzeit oder auch wenn ihr es lieber mögt, könnt ihr Marmelade nehmen, die mit etwas Wasser verrührt, dann erhitzt und vor dem Befüllen durch ein Sieb gestrichen wird. Nehmt einen Spritzbeutel und füllt die Creme oder Marmelade hinein. Ich habe mir aus Ermangelung eines solchen Werkzeugs kleine Spritztüten nach der Anleitung der wunderbaren Kuchenfee Lisa gebastelt. Praktisch ist es ein Loch in die abgekühlten Krapfen zustechen. Dazu könnt ihr ein Essstäbchen oder den Stiel eures Kochlöffels benutzen. Schiebt die Spitze eures Spritzbeutels/-tüte in die vorgestochene Öffnung und befüllt die Krapfen, bis die Creme oder Marmelade etwas herausquillt.

 

Kreppel

 

Die befüllten Krapfen zurück auf das Blech setzen, mit der geschmolzenen Butter bepinseln und mit Puderzucker bestäuben. Helau, Alaaf und lasst es euch schmecken, ihr Narren und Jecken!

Faschingskrapfen aus dem Backofen

02/06/2018
: 10 Stück

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Ingredients
  • 125 ml Milch
  • 4 g Hefe
  • 250 g Mehl
  • 40 g Puderzucker
  • 4 g Vanillezucker
  • ¼ TL Salz
  • Abrieb ½ Zitrone
  • 2 Eier
  • 60 g Butter
  • Füllmaterial (Marmelade oder Crème Pâtissière)
Directions
  • Step 1 50 g Butter aus dem Kühlschrank nehmen und in 5 mm x 5 mm große Würfel schneiden und während der Gehzeit des Vorteigs warm werden lassen.
  • Step 2 Für den Vorteig die Milch in einem Topf erwärmen. Die Milch vom Herd nehmen, sobald sie zu dampfen beginnt. Mit 40 g Mehl vermischen und anschließend die Hefe sowie den Zucker einrühren. Abgedeckt für ca. 30 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
  • Step 3 Restliches Mehl in eine Schüssel sieben. Das ist ein KANN, kein MUSS. Durch das Sieben wird das Mehl nochmal extra aufgelockert und luftig. Für andere Teige, wie Biskuit ist das wichtiger als für unseren Hefeteig, schaden wird es aber auch hier nicht. Butterwürfel ebenfalls in die Schüssel geben und mit dem Mehl verkneten. Ihr könnt ein Handrührgerät oder eure Küchenmaschine benutzen. Am besten funktioniert es für mich jedoch mit den Händen. So könnt ihr schnell und einfach sicherstellen, dass die Butter verarbeitet und gut mit dem Mehl vermischt ist.
  • Step 4 Die Schale einer halben Zitrone fein reiben. Achtet darauf nur den oberen, gelben Teil zu nutzen. Hier sitzen die leckeren Aromastoffe. Die weiße Haut darunter ist zwar sehr gesund, aber bitter und somit nicht für unsere Zwecke geeignet. Den Abrieb in eine weitere Schüssel geben und mit Vanillezucker sowie 30 g gesiebten Puderzucker vermischen. Zwei Eier aufschlagen und mit der Zitronen-Zuckermischung verrühren.
  • Step 5 Anschließend werden das restliche Mehl, der Vorteig und die Ei-Zitronen-Zuckermischung zu einem glatten Teig verarbeitet, der mindestens eine Stunde an einem warmen Ort gehen sollte.
  • Step 6 Nach der Gehzeit den sehr luftigen und etwas klebrigen Teig mit einem bemehlten Spatel auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben. Nun noch etwas Mehl über den Teig streuen und zu einer Rolle formen. Diese mit einem Messer in 10 Stücke à 50 – 55 g teilen. Für mich hat es sich wirklich bewährt die Teigstücke abzuwiegen. So werden sie hübsch uniform und sehen alle (fast) gleich aus. Praktisch für all die Futterneider unter uns!
  • Step 7 Die Teigstück werden zu Kugeln geformt bzw. geschliffen. Schleifen ist eine Technik, die relativ einfach ist, wenn man sie ein bis zwei Mal gemacht hat (s. Fotos unte dem Rezept). Der Teig wird dafür erst leicht plattgedrückt, dann ein Drittel nach innen gefaltet und das gegenüberliegende Drittel darüber. Das Teigstück aufnehmen und zu einem kleinen Säckchen formen. Umdrehen und mit der Faltung nach unten auf die bemehlte Arbeitsfläche legen. Die Hand in einer Art Kralle darüberstülpen und den Teig mit etwas Druck in kreisenden Bewegungen zu einer Kugel schleifen. Mit allen Teigstücken so verfahren.
  • Step 8 Ein Blech mit Backpapier auslegen, bemehlen und die geschliffenen, rohen Krapfen darauflegen. Mit einem zweiten Blech oder einem großen Schneidebrett die Krapfen leicht andrücken, abnehmen und nochmal für 30 Minuten gehen lassen.
  • Step 9 Ofen auf 200 °C vorheizen. Krapfen darin für 12 – 13 Minuten auf der mittleren Schiene backen, bis sie goldbraun sind. Blech herausnehmen und etwas abkühlen lassen.
  • Step 10 Währenddessen die restliche Butter in einem Topf schmelzen und das Füllmaterial bereitstellen. Ich habe Crème Patissière, eine selbstgemachte Vanillecreme benutzt (das Rezept gibt es nächste Woche auf dem Blog!). In der Zwischenzeit oder auch wenn ihr es lieber mögt, könnt ihr Marmelade nehmen, die mit etwas Wasser verrührt, dann erhitzt und vor dem Befüllen durch ein Sieb gestrichen wird. Nehmt einen Spritzbeutel und füllt die Creme oder Marmelade hinein. Ich habe mir aus Ermangelung eines solchen Werkzeugs kleine Spritztüten nach der Anleitung der wunderbaren Kuchenfee Lisa gebastelt (die Links findet ihr unter dem Rezept). Praktisch ist es ein Loch in die abgekühlten Krapfen zustechen. Dazu könnt ihr ein Essstäbchen oder den Stiel eures Kochlöffels benutzen. Schiebt die Spitze eures Spritzbeutels/-tüte in die vorgestochene Öffnung und befüllt die Krapfen, bis die Creme oder Marmelade etwas herausquillt.
  • Step 11 Die befüllten Krapfen zurück auf das Blech setzen, mit der geschmolzenen Butter bepinseln und mit Puderzucker bestäuben. Helau, Alaaf und lasst es euch schmecken, ihr Narren und Jecken!

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