Hochbeet aus gebrauchten Paletten

Ich plane diesen Post schon länger, aber immer kam mir etwas dazwischen. Andere, tolle Posts, der Verlust eines gesamten Bilder-Ordners, Schnupfen, … Ich lass mich selten von etwas, was ich mir in den Kopf gesetzt habe, abhalten, aber manchmal reagiere ich seltsam trotzig. Kennt ihr das auch? Engel und Teufel haben auf meinen Schultern wüste Gespräche geführt, die ich hier lieber nicht veröffentliche. Erstens haltet ihr mich dann für verrückt und zweitens kann ich die unflätigen Ausdrücke, die gefallen sind unmöglich wiederholen. Aber gut, das Engelchen hat gesiegt und hier ist er, mein lang versprochener Post zum Bau unserer Hochbeete.

Hochbeet - CloseUp

Ich muss zugeben, ich bin ganz verzückt von diesen riesigen Pflanzkästen. Mein Mann und ich haben viel Zeit und Mühe in dieses Projekt investiert: Recherche, Zeichnungen, Fahrten zum Gartencenter, der Kauf eines Pickups, der Bau, … Seit sie endlich fertig sind habe ich persönlich eine kindische Freude daran, die Pflanzen darin zu versorgen, sie zu beobachten und um sie zu bangen. Ich hatte einen tragischen Zucchini-Verlust, der mich in der letzten Woche sehr mitgenommen hat.

Hochbeet - Baby Zucchini

Ist es lächerlich, um eine Pflanze zu trauern, die an einer Pilzkrankheit verendet ist? Sicherlich, aber jeder hat einen Spleen und meiner ist es sich Übergebühr Gedanken um das Wohlergehen unserer Pflanzen zu machen. Ach, wem mache ich etwas vor. Gärtnern macht eben einfach Spaß und wahrscheinlich gerade deshalb, weil es nicht immer von Erfolg gekrönt ist, sondern seine Höhen und Tiefen hat.

Hochbeet - erste Ernte

Aber kommen wir wieder zum eigentlich Grund dieses Posts: Hochbeete und wie man sie baut. Die Anleitung gibt es direkt hier exklusiv für euch. Ich hoffe, ihr berichtet mir alle von euren tollen, neuen Hochbeeten. Lasst mich wissen, ob ihr genauso viel Spaß dabei hatte wie wir und ob ihr es, oder falls ihr mehrere baut, ob ihr sie genauso sehr liebt wie wir unsere. Fröhliches Basteln, ihr Lieben!

Baumaterial

4 Paletten

4 Holzbretter (als Abdeckung – 24 mm x 150 mm x L nach Bedarf)

4 Winkel

Schrauben

1 Plane

Füllmaterial

Äste, Stöcke und Heckenabschnitte

Laub

Erde (Garten- und Blumenerde)

Kompost

Werkzeug

Akkuschrauber

Spaten

Schere

Handtacker

Hand-Kreissäge

Wasserwaage (kein MUSS)

Schritt 1

Wann ihr eure Hochbeete baut, ist vollkommen euch überlassen. Möglichst ist es das ganze Jahr über. Im Herbst oder im Winter könnt ihr das Laub verwenden, dass zu dieser Zeit in Hülle und Fülle anfällt. Eine Fuhre weniger, die zum Abfall-Platz gefahren werden muss! Beim Bau im Frühjahr habt ihr Schnittreste, die ihr wunderbar verwenden könnt. Zu dieser Zeit, wie auch im Sommer, ist die Aussaat direkt möglich.

Hochbeete - Sommer und Winter

Schritt 2

Wichtig ist es, den richtigen Standort zu wählen. Schließlich möchten Mangold, Zucchini und Co. ausreichend Sonne und Wasser. Pflanzen möchten mit mindestens sechs Stunden Sonne am Tag verwöhnt werden. Da die Kleinen es nicht nur gerne hell und warm haben, sondern auch sehr durstig sind, ist die Nähe zu einem Wasserhahn empfehlenswert. Ich habe unseren Schlauch durch den gesamten Garten hinter mir hergezogen und nur Orte innerhalb dieses Radius kamen in Frage. Ich wollte mir das tägliche Gießen nicht unnötig schwermachen. Ein guter Standort ist mit diesem Ausschlussverfahren oft schnell gefunden. Oder aber ihr lernt, dass der Garten eures Nachbarn perfekt für euer eigenes Hochbeet geeignet wäre.

Schritt 3

Der Bau des Kastens ist zwar etwas zeitintensiv, aber eigentlich denkbar einfach. Wie groß und lang er sein soll, ist ganz euch überlassen. Es gibt ein paar Dinge, an denen ihr euch orientieren könnt. Plant nicht zu breit, da ihr sonst die Mitte nicht erreicht und somit nicht bearbeiten könnt. Die Länge ist abhängig von euren Vorlieben und dem Platz in eurem Garten. Ausgerichtet wird jedes Beet, ob hoch oder zu ebener Erde am besten von Norden nach Süden. Die hohen Pflanzen werden im nördlichen Teil untergebracht und verschatten so die kleineren im Süden nicht.

Schritt 4

Habt ihr euch für eine Breite und Länge entschieden und alles Material da, geht es los. Legt die Paletten probehalber auf den Boden um euer noch imaginäres Beet. Zieht dort, wo die erste Palette aufgestellt werden soll, einen flachen Graben und stellt die Palette hinein. Grabt sie ein und tretet die Erde fest. Der Graben für die nächste Palette wird im 90° Winkel am Ende der ersten Palette gezogen. Stellt die zweite Palette in den zweiten Graben, nehmt einen Winkel und verbindet die beiden Paletten miteinander. Eingraben, festtreten und entsprechend die nächsten beiden Paletten aufstellen. Sollte ein Winkel pro Ecke nicht ausreichen, benutzt ihr zwei oder drei, bis es hält. Bei uns war mehr nicht nötig. Der Perfektionist kann die Paletten natürlich mit der Wasserwaage ausrichten. Wir haben nach Augenmaß gebaut und eine gewisse Abweichung aus dem Wasser in Kauf genommen. Ich finde, das hat Charme. Man kann auch als Architektin Fünfe mal gerade sein lassen.

Hochbeet - Bauen

Schritt 5

Wer Wühlmäuse im Garten hat, der sollte über einen Schutz aus Hasendraht am Boden nachdenken. Das haben wir weggelassen, weil unsere Hochbeete direkt auf Beton stehen. Ein paar Eidechsen und Streifenhörnchen wohnen jetzt zwar doch im Hohlraum zwischen Paletten und Plane, aber ich mag das. Solange sie ihre kleinen Pfötchen von meinem Gemüse lassen, sind sie willkommene Gäste. Die erwähnte Plane schneidet ihr auf die Höhe der Paletten zu. Sie wird umlaufend an den Innenseiten der Paletten befestigt. Das geht am einfachsten mit einem Handtacker. Bitte schießt euch damit nicht in den Fuß. Ihr wollt schließlich nicht zur Slapstick-Nummer für die ganze Nachbarschaft werden.

Schritt 6

Prinzipiell wäre das Hochbeet so fertig und funktional. Schöner ist es jedoch mit einer umlaufenden Abdeckung. Dafür schneidet ihr Bretter auf die Längen und Breiten zu, legt sie oben auf die Paletten und schraubt alles fest. Das ist kein Muss, sieht aber hübsch aus.

Hochbeet - Befüllung

Schritt 7

Die Boxen sind damit bereit zum Befüllen. Das war für mich der schönste Part am ganzen Projekt. Wir haben viele, viele Äste, Stöcke und Heckenabschnitte eingefüllt, bis das Hochbeet bis zur Hälfte voll war. So entstehen viele Zwischenräume, mit deren Hilfe das Hochbeet nach unten isoliert wird. Das schenkt an kälteren Tagen ein wenig Wärme, schützt vor dem ersten Frost und verlängert die Saison. Die nächste Schicht könnte aus Rasennaben bestehen, die mit der Rasenseite nach unten hineingelegt werden. Wir hatten so etwas nicht, deshalb kam bei uns direkt getrocknetes (!) Laub hinein. Und bitte, sobald genug Laub drin ist, setzt euch rein und schmeißt das Zeug um euch. Ein riesen Spaß! Ich kann es nur empfehlen. Habt ihr euch ausgetobt, kommen drei weitere Schichten: 10 cm – 20 cm Gartenerde, z.B. Aushub, 15 cm – 20 cm Kompost und zuletzt 20 cm – 25 cm Blumenerde. Dieser Aufbau bietet noch weitere Vorteile. Das organische Material verrottet langsam und das Hochbeet ernährt sich über lange Zeit selbst (vier bis sechs Jahre, je nach Bepflanzung).

Hochbeet - Spaß mit Laub

Schritt 8

Wir haben unsere beiden Hochbeete im Herbst bzw. Winter gebaut und uns entschieden, mit dem Einbringen der obersten Schicht etwas zu warten. Über die Zeit konnten sich die bereits vorhanden Schichten setzen und bei Bedarf nachgefüllt werden. So konnten wir auch unsere Küchenabfälle darin sammeln und dem Beet damit eine weitere Portion Kompost gegönnt. Auch wenn jetzt der erfahrene Kompostierer schreien mag: das geht nicht, so ist der Kompost noch nicht reif!, dann sagt der unerfahrene Kompostierer: bis jetzt hat sich noch keine Pflanze beschwert. Die Zucchini zählt nicht, das hatte was mit dem Wetter zu tun!

 

Hochbeet - Säen

 

Schritt 9

Ist letztendlich die oberste Schicht eingefüllt und die richtige Zeit gekommen, steht dem Bepflanzen und Aussäen nichts mehr im Wege. Auch wenn das ein Spruch aus dem Kaninchen-Verein meines Großvaters ist, passt er doch auch hier: Gut Zucht!



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