Omas Zitronenkuchen aus der Kastenform

Zitronenkuchen

 

Gestern habe ich etwas ganz Neues gemacht: ich durfte einen Gastvortrag über Architektur an der University of Tennessee in Knoxville halten. Das war unheimlich aufregend, spannend und herausfordernd für mich. Gleichzeitig war es wunderbar über Gebäude zu sprechen, sie zu diskutieren und dabei die Studenten mitzureißen. Architektur hat einfach wieder richtig Spaß gemacht!

Bei mir ist es oft so, dass ich einige Jahre Abstand brauche, um wieder Freude an etwas zu finden. Spontan fallen mir dazu, neben der Architektur, das Schreiben, Wandern und Backen ein. Bei Letzterem war der Abstand sogar sehr groß. Als kleines Kind habe ich es geliebt mit meiner Oma Kuchen und Plätzchen zu backen. Ab dem Gymnasium ist mir die Lust darauf für lange Zeit abhandengekommen. Seit ungefähr einem Jahr bin ich wieder voll dabei und probiere aus und rum und scheitere und habe Erfolg. In diesen vergangenen Monaten hätte ich mir gerne das ein oder andere Mal in den Hintern getreten, denn hätte ich mir meine Begeisterung für das Backen früher eingestehen können, dann hätte ich mehr mit meiner Oma backen können, anstatt nur nach ihren Rezepten (hätte, hätte, Fahrtkette). Manchmal macht mich das etwas melancholisch. Wer mich kennt, der weiß jedoch, dass ich nicht lange in einem solchen Gemütszustand verweile und lieber Gegenmaßnahmen ergreife.

 

Zitronenkuchen

 

Das bedeutet in diesem Fall: ich wähle eines der Rezepte meiner Großmutter aus, backe es und katapultiere mich damit für kurze Zeit in ihre Küche zurück. Aus gegebenem Anlass habe ich letztens ihren wundervollen Zitronenkuchen gemacht, den sie traditionell an Oster für alle in Lammform gebacken hat.

Kaum hatte ich angefangen die Zitronen zu reiben, stand ich auch schon wieder neben meiner Großmutter. Ich durfte ihr helfen die Eier in die Schüssel zu schlagen, den Teig zu rühren und die Form auszubuttern. Der frische Geruch der Zitronenschale hing in der Luft und wurde nur vom zarten Duft des Kuchens getoppt. Während der Backzeit linsten mein Bruder und ich durch die Glasscheibe in den Ofen und schauten dabei zu, wie der Teig langsam aus seinen, auf dem Kopf stehenden Lammformen wuchs. Sobald die Oberfläche ein wunderschönes Goldbraun hatte, kamen die Köstlichkeiten zum Auskühlen auf ein Rost. Hatten die Kuchen eine annehmbare Temperatur, schnitt Oma den Teil, der überstand ab, da die Lämmer einen flachen Boden brauchten, um nicht ständig umzufallen. Mein liebster Bruder und ich durften die wunderbaren, lauwarmen Reststücke aufessen. Das war jedes Jahr eine herrliche, vorösterliche Schlemmerei für uns zwei Zwerge.

Solche Erinnerungen sind wirklich etwas Schönes, ehren wir sie und geben uns selbst die Chance neue zu bilden. In diesem Sinne, und mit Omas Rezept für ihren herrlichen Zitronenkuchen aus der Kastenform, entlasse ich euch für heute. Frohe Ostern, ihr Lieben!

 

Zitronenkuchen

 

ZUTATEN

für 12 Stück (Kastenform ca. 20 cm)

250 g Butter, zimmerwarm

200 Zucker

8 g Vanillezucker

4 große Eier

1 Zitrone

210 g Mehl (Type 405)

40 g Stärke

1 TL Backpulver, gestrichen

50 g Mandeln

10 g Puderzucker

1 Prise Salz

 

ZUBEREITUNG

Die Mandeln fein hacken oder mit dem Mixer mahlen. Anschließend die Zitrone vorbereiten. Dazu die Schale abreiben und den Saft auspressen.

Eine Kastenform mit Backpapier auskleiden. Seid ihr keine Backpapier-Fans, dann reibt eure Kastenform mit Butter aus und bestäubt sie mit Mehl. Den Backofen auf 185 °C vorheizen.

Die Butter in kleine Würfel (1 cm x 1cm) schneiden und in einer Schüssel mit den Schneebesen des Handrührers schaumig rühren. Den Zucker mit dem Vanillezucker sowie dem Salz mischen und dazugeben. Die Eier einzeln in die Butter-Zucker-Mischung einrühren.

Nach und nach den Mehl-Backpulver-Mix (vorher mischen), die Mandeln, den Zitronenabrieb und 1 EL Saft einarbeiten.

Den Teig in die Kastenform füllen und glattstreichen. Den Zitronenkuchen für 50 Minuten backen. Anschließend mit einem Holzstäbchen in die Mitte stechen. Sollte kein Teig am Stäbchen hängen, die Form aus dem Ofen nehmen, andernfalls noch 5 bis 10 Minuten weiterbacken.

 

Zitronenkuchen

 

Euer Zitronenkuchen sollte nach der Backzeit 10 Minuten in der Form ruhen, bevor ihr ihn stürzt und vollständig auskühlen lasst. Vor dem Verzehr großzügig mit Puderzucker bestäuben.

Mir persönlich schmeckt er Kuchen an Tag zwei bis vier am besten. Am ersten Tag ist er zwar sehr fluffig und zart, jedoch haben sich die Aromen noch nicht ganz entfaltet. Könnt ihr die Geduld aufbringen, dann lasst euren Zitronenkuchen über Nacht unter einer Kuchenglocke ruhen.

 

Omas Zitronenkuchen aus der Kastenform

03/28/2018
: für 12 Stück (Kastenform ca. 20 cm)
: easy

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Ingredients
  • 250 g Butter, zimmerwarm
  • 200 Zucker
  • 8 g Vanillezucker
  • 4 große Eier
  • 1 Zitrone
  • 210 g Mehl (Type 405)
  • 40 g Stärke
  • 1 TL Backpulver, gestrichen
  • 50 g Mandeln
  • 10 g Puderzucker
  • 1 Prise Salz
Directions
  • Step 1 Die Mandeln fein hacken oder mit dem Mixer mahlen. Anschließend die Zitrone vorbereiten. Dazu die Schale abreiben und den Saft auspressen.
  • Step 2 Eine Kastenform mit Backpapier auskleiden. Seid ihr keine Backpapier-Fans, dann reibt eure Kastenform mit Butter aus und bestäubt sie mit Mehl. Den Backofen auf 185 °C vorheizen.
  • Step 3 Die Butter in kleine Würfel (1 cm x 1cm) schneiden und in einer Schüssel mit den Schneebesen des Handrührers schaumig rühren. Den Zucker mit dem Vanillezucker sowie dem Salz mischen und dazugeben. Die Eier einzeln in die Butter-Zucker-Mischung einrühren.
  • Step 4 Nach und nach den Mehl-Backpulver-Mix (vorher mischen), die Mandeln, den Zitronenabrieb und 1 EL Saft einarbeiten.
  • Step 5 Den Teig in die Kastenform füllen und glattstreichen. Den Zitronenkuchen für 50 Minuten backen. Anschließend mit einem Holzstäbchen in die Mitte stechen. Sollte kein Teig am Stäbchen hängen, die Form aus dem Ofen nehmen, andernfalls noch 5 bis 10 Minuten weiterbacken.
  • Step 6 Euer Zitronenkuchen sollte nach der Backzeit 10 Minuten in der Form ruhen, bevor ihr ihn stürzt und vollständig auskühlen lasst. Vor dem Verzehr großzügig mit Puderzucker bestäuben.
  • Step 7 Mir persönlich schmeckt er Kuchen an Tag zwei bis vier am besten. Am ersten Tag ist er zwar sehr fluffig und zart, jedoch haben sich die Aromen noch nicht ganz entfaltet. Könnt ihr die Geduld aufbringen, dann lasst euren Zitronenkuchen über Nacht unter einer Kuchenglocke ruhen.

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