Ein italienischer Klassiker: Pesto alla Genovese

Am Samstag habe ich einen kompletten Basilikum-Busch verschenkt. Ich habe eine Schere genommen, die Pflanze gekappt und meiner Freundin den Strauß hingehalten. So wusste ich, dass mein Schützling, den ich so lange gehegt und gepflegte habe, mit Freude und Genuss verzehrt wird und wir nicht in Pesto ertrinken müssen.

Pesto alla Genovese

Wobei die Vorstellung durchaus etwas für sich hat. Überlegt euch nur: geschmeidiges Olivenöl auf der Haut, dass dank seiner Inhaltstoff auch noch gesund für den Körper ist. Gut, das Ertrinken an und für sich ist sicher weniger gesund, aber unsere Haut würde einfach fantastisch aussehen.

Pesto alla Genovese

Wahrscheinlich habt ihr bemerkt, dass ich mir ein kleines Luxus-Problem gezüchtet habe. Es hätte mir zwar klar sein können, aber das gilt für einiges mehr. Getreu dem Motto: Hinterher ist man immer schlauer. Im Januar habe ich begonnen Kräuter- und Gemüsepflanzen in unserem Haus vorzuziehen. Die Tomaten und Auberginen sind auch brav gewachsen und haben uns mit ihren kleinen, zarten Blättern schon Ende des Winters erfreut. Petersilie und Basilikum waren da etwas zurückhaltender und ich ein wenig enttäuscht. Was macht der unerfahrene Gärtner (ich) also? Richtig geraten: zum Gartencenter fahren und vorgezogene Jungpflanzen kaufen. Somit hatte ich einen wunderschönen, gekauften Basilikumbusch und sechs sehr kleine Pflanzen, die nicht so richtig in die Pötte kommen wollten.

Pesto alla Genovese

Einen Monat später hatte ich immer noch einen wunderschönen, gekauften Basilikumbusch und sage und schreibe sechs selbstgezogene Basilikum-Monster. Sobald meine Kleinen einmal den Anfang gefunden hatten, fanden sie einfach kein Ende mehr. Das führt zu eben jenem Überfluss, der uns auch jetzt im Herbst noch eine üppige Ernte dieses wundervoll aromatischen Krauts beschert.

Pesto alla Genovese

Aber wem versuche ich etwas vorzumachen. Natürlich bin ich schrecklich stolz und genieße alles, was ich damit machen kann: es büscheweise verschenken, Öle aromatisieren, süßes Gebäck damit verzaubern, Wasser mit Geschmack versehen, Tomaten und Mozzarella noch köstlicher machen, … und, wie bereits erwähnt, Pesto in Massen herstellen.

Und auch wenn ich gerade darüber geschimpft habe: ich liebe letzteres so sehr, dass ich der salzig-frischen Kräutersoße wahrscheinlich nie überdrüssig werde. Weil es mir so gut schmeckt und ich es momentan einfach ständig und dauern koche, hier für euch mein Rezept zum italienischer Klassiker “Pesto alla Genovese”!

Pesto alla Genovese

Pesto alla Genovese

10/25/2017
: 1 großes Glas
: easy

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Ingredients
  • 2 Bund Basilikum
  • 50 g Walnüsse / Pinienkerne
  • 75 g Parmesan
  • 2 Knoblauchzehen
  • 80 ml Olivenöl
  • Salz + Pfeffer
  • 1 Kartoffel
  • 200 g Spaghetti
Directions
  • Step 1 Die Knoblauchzehen schälen, grob zerhacken und beiseite stellen. Wer Knobi-Hände vermeiden möchte, dem empfehle ich mit Einweg-Handschuhe zu arbeiten. Eine Pfanne erhitzen und die Walnüsse bzw. Pinienkerne anrösten. Ihr braucht hierzu kein zusätzliches Öl, da Nüsse wie auch Kerne ausreichend natürliche Öle enthalten. Sobald ein betörender Duft aufsteigt, den Inhalt auf ein Brett geben, kurz abkühlen lassen und anschließend grob mit einem großen Messer zerhacken. Mit einer guten, scharfen Reibe den Parmesan bearbeiten. Ein kleines Stück Käse sollte übrig bleiben. Zum einen, um etwas davon zu naschen (schließlich habt ihr es verdient) und zum anderen, um noch mehr über die Pasta con Pesto alla Genovese reiben zu können. Kann man zu viel Parmesan auf einem Pasta-Gericht haben? Ich denke nicht!
  • Step 2 Alle vorbereiteten Zutaten, das Salz, den Pfeffer und das Olivenöl bereitstellen. Den Mixer am besten direkt daneben positionieren (oder eben umgedreht: alle Zutaten neben dem Mixer positionieren. Je nach Küche zutreffendes wählen). Erst jetzt wird der Basilikum von seinen Stängeln gezupft und in Streifen geschnitten. Liegt dieses zarte Kraut zu lange herum, oxidiert es an der Luft. Und das möchte niemand! Eine andere Möglichkeit, um unschöne braune Stellen zu verhindern, wäre den geschnittenen Basilikum mit Zitronensaft zu mischen. Da ich im Pesto den Zitrusgeschmack vermeiden möchte (so sehr ich ihn sonst mag), wende ich die erste Methode an, also das zeitnahe Schneiden.
  • Step 3 Ab diesem Moment dauert es nicht mehr lange, bis euer Pesto fertig ist. Ein Drittel Basilikum, Parmesan, Knoblauch, Nüsse bzw. Kerne und ein Viertel des Olivenöls in ein hohes Gefäß füllen und vorsichtig mixen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Das nächste Drittel bzw. Viertel der Zutaten zugeben, mixen, würzen, Zutaten, mixen, würzen. Ist die Mischung während des Vorgangs zu kompakt, hilft ein extra Schuss Olivenöl. Bitte mixt nicht zu lange und nicht zu viel. Die Hitze, die sich dabei entwickelt, ist schlecht für das Aroma und zu viel Gemixe macht das Ganze zu fein. Geht ihr zu forsch an die Sache heran, habt ihr eine Grüne Soße, aber kein Pesto! Habt ihr die perfekte, krümelig und ölige Konsistenz erreicht, füllt ihr das Pesto in ein Glas und bedeckt es mit dem letzten Viertel Olivenöl. So hält es ein bis zwei Wochen im Kühlschrank.
  • Step 4 Die Pasta zum Pesto kocht man in Italien häufig mit einer klein geschnittenen Kartoffel. Die Stärke bindet das Kochwasser ab, das vor dem Abschütten aufgefangen wird. Pasta mit Kartoffeln, Pesto und dem Kochwasser mischen, einen riesigen Berg Parmesan darüber reiben und genießen. Ja, so schmeckt Italien: frisch, herb und zum reinknien lecker!

Kleiner Zusatz: Natürlich könnt ihr euer Pesto auch im Mörser machen,  die klassischer als klassisch Version und eigentlich auch dem Name gerecht. Pesto kommt vom italienischen Wort “pestare” was “zerstampfen” bedeutet. Ich habe es probiert und es ist in einer riesen Sauerei geendet. Das lag aber wahrscheinlich an der Größe unseres Mörsers (Kaffeetassen-Größe). Nach diesem Desaster habe ich recherchiert und herausgefunden, das Spitzenköche und sogar italienische Mammas mittlerweile den Mixstab für ihre Pesti (ital. Plural von Pesto) benutzen. Eine wahre Erleichterung für mich und den Boden meiner Küche!


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