Kletterpartie auf dem Chimney Tops

Herbstzeit ist Indian Summer-Zeit! Als Neu-Tennesseans heißt das für uns: Lunchpaket in den Rucksack werfen und auf geht es Richtung Great Smoky Mountains National Park, dem Südstaaten-Mekka der farbenfrohen Bäume. Die 1400 km Wegstrecke des National Parks lassen das Herz jedes Wanderers aufgehen. Die meisten Abschnitte sind einsam und man kann die Natur ungestört genießen.

WandernEs gibt aber auch stärker frequentierte Gegenden. Dazu zählt der “Chimney Tops Trail”, den wir unbedarft, aber höchst euphorisch zu unserem sonntäglichen Ausflugsziel erkoren haben. Der erste Eindruck: Ernüchterung.

Hätten wir uns jedoch von dem einstündigen Stau ab Gatlinburg und den schreienden Teenagern am Trailhead abhalten lassen, hätten wir ein wunderbares Erlebnis verpasst.

WandernNach den ersten 100 Metern lichtet sich das Feld. Obwohl einem weiterhin viele Leute entgegenkommen, stellt sich schnell ein Gefühl von Einsamkeit ein. Der Grund liegt in der Darstellung des Weges. Es ist kein Loop-, sondern ein Out & Back-Trail. Man läuft 2 Meilen (3,2 km) hin und die gleiche Strecke zurück. Mit der letzten Meile werden 960 ft (293 Höhenmeter) von insgesamt 1371 ft (418 Höhenmeter) überwunden. Die beachtliche Steigung mit mehr als 350 Steinstufen lässt einen in sich gekehrt den Weg erklimmen: atemlos schwitzend, laut schnaufend und teilweise leise vor sich hin fluchend. Oben angekommen, ist der innere Schweinhund überwunden und die Begeisterung groß.

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Denn das absolute Highlight dieser Tour ist für mich die Spitze des Chimney Tops (Schornsteingipfel). Eine Felsformation aus seltsam geformtem, dunklen Gestein.  Durch die einzelnen Felsschichten sind Tritte entstanden, die den Weg nach oben ermöglichen. Trotz des Mangels an Seil und doppeltem Boden macht die kurze, aber anspruchsvolle Strecke riesigen Spaß. Ohne Blicke zur Seite (zu schönes Panorama) oder zurück (es ist doch recht steil) ist der Gipfel zügig erreicht und der 360° Rundumblick zeigt sich in seiner vollen Pracht: gebirgige Landschaften, knallige Farben und beeindruckende Wolkenformationen.

WandernDer Weg wird bei alltrails.com als schwierig eingestuft. Ist man aber willig, halbwegs trainiert und bzw. oder hat jemanden dabei der einen motiviert, sollte die Herausforderung eher reizen als abschrecken.

Wir waren wie immer top ausgerüstet, was zwar gut war, aber für diese Strecke nicht nötig ist. Gute Schuhe und ausreichend Wasser, mehr braucht es hier nicht. Bei schönem Wetter kann man den Trail den ganzen Tag in Angriff nehmen. Er ist mit insgesamt drei Stunden Laufzeit die perfekte Distanz für einen kleinen Sonntags-Ausflug.

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WandernAuch wenn mich diese Tour zu Anfang überhaupt nicht begeistert, fast sogar deprimiert hat, kann ich sie nur empfehlen. Es sind nicht nur die tollen Foto-Spots, in die ich mich verliebt habe. Das Hochgefühl die Steigung überwunden und die Felswand im Sturm genommen zu haben, hat alles Negative verschwinden lassen. Chimney Tops, bleib so wie du bist: überlaufen, anstrengend und wunderschön!

UPDATE: Bei den verheerenden Waldbränden im Herbst 2016 (kurz nach unserem Ausflug) wurde die Gegend um Chimney Tops schwer beschädigt. Dank großzügiger Spenden konnte der Trail erneuert werden und ist seit kurzem wieder für die Öffentlichkeit begehbar. Er ist heute nur noch 2,8 km (vorher 3,2 km) lang und endet in einer Aussichtsplattform, von der ihr den “Chimney Tops”, also die Spitze und die Umgebung bewundern könnt. Wir freuen uns schon darauf, das tolle, neue Highlight zu erforschen und bleiben gerne hinter der Absperrung, um der Natur die Möglichkeit zu geben, sich von den dramatischen Ereignissen letztes Jahr zu erholen.


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2 thoughts on “Kletterpartie auf dem Chimney Tops”

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