Meine liebste Variante des Elsässer Flammkuchens

Ich wünsche euch allen ein wundervolles Neues Jahr!

Flammkuchen

2018 möchte ich mit einem absoluten Lieblingsrezept einläuten: meine liebste Variante des Elsässer Flammkuchens. Gewählt habe ich das Rezept, weil ich zum einen Flammkuchen ziemlich (sogar sehr sehr) gerne essen und weil Frankreich, die Wiege des Flammkuchens, eines meiner Lieblingsländern ist. In den letzten Jahren haben wir oft dort Urlaub gemacht, zweimal davon war ich (einmal mit Mann und einmal mit Mädels) in Straßburg. Die herrliche kleine Stadt im Elsass liegt direkt an der Grenze zu Deutschland und ist aufgrund der Einflüsse aus beiden Länder ein wunderbares Ziel für einen Kurztrip. Solltet ihr noch nicht dort gewesen sein, empfehle ich euch dringend Straßburg auf eure Reiseliste zu setzen und ein paar Tage in dem romantisch pittoresken Städtchen zu verbringen.

Flammkuchen

In den schmalen Gassen reihen sich die heimeligen Restaurants dicht gedrängt aneinander und auf keiner Speisekarte fehlt der elsässische Klassiker: der Flammkuchen. L’Alsaciens (fr. die Elsässer) verstehen es meisterlich den zarten Teig dünn mit Crème Fraîche zu bestreichen, Zwiebeln und Speck darüber zu verteilen und für die perfekte Dauer in den knisternden Holzofen zu schieben. Ein herrliches Stück Frankreich, das wie so viele Gerichte leicht und luftig daherkommt, aber es in sich hat.

Flammkuchen

Ein paar Wochen nach unserem letzten Aufenthalt in Straßburg hat mich die Sehnsucht nach dem knusprigen Teigfladen gepackt und ich habe begonnen, sein Geheimnis zu erforschen. Angefangen habe ich mit dem klassischen Flammkuchen, wobei ich die Zwiebeln nicht roh, sondern gedünstet darauf gegeben habe. Zum einen passt der süßliche Geschmack, der erst in der Pfanne entsteht, perfekt zu dem herzhaften Gericht, zum anderen konnte ich so meinem Magen einen Gefallen tun, der sich ab und an mit weitgehend rohen Zwiebeln schwer tut.

Flammkuchen

Um weitere Schritte in Richtung einer besseren Bekömmlichkeit zu gehen, entschied ich mit dafür den fetten Speck durch ein paar Scheiben leichten Prosciutto und die Crème Fraîche durch Saure Sahne zu ersetzen. Die Idee mit dem Apfel, Honig und Thymian hatte ich in einem anderen Rezept gelesen und war sofort überzeugt. Walnüsse werfe ich seit einiger Zeit sowieso überall drüber, warum also nicht auch über meinen geliebten Flammkuchen.

Flammkuchen

Die größten Probleme hatte ich mit dem Teig. Mein klassischer Hefeteig war irgendwie nicht das Richtige, da zu pizzaartig und auch zu dick. Mit einer reinen Mischung aus Wasser und Mehl wurde es besser, aber, wenn der Ofen nicht heiß genug war, etwas zäh. Relativ unzufrieden habe ich mich für einen radikalen Schritt entschieden und angefangen auf Französisch im Internet zu suchen. Dazu muss ich sagen, dass ich (leider) kein Wort der melodischen Sprache spreche und meine Suche nur dank Ausdauer und einer sehr guten Übersetzungs-App zum Ergebnis geführt hat. Das allerdings war sehr zufrieden stellend: in Frankreich wird Öl zugegeben und der Teig dadurch einfach herrlich. Nach einem ersten Versuch war ich absolut überzeugt und bin bis heute dabeigeblieben.

Flammkuchen

Wie ihr seht, habe ich das traditionelle Rezept leicht abgeändert. Das heißt aber nicht, dass es seiner großen Schwester in irgendetwas nachsteht. Ich bin sogar so begeistert von dieser Version, dass ich meinen Mann fast wöchentlich damit verwöhne (was er mittlerweile nicht mehr als solches empfindet, wie er mit unlängst zu verstehen gab). Nichts desto trotz möchte ich meine liebste Variante des Elsässer Flammkuchens unbedingt mit euch teilen und hoffe, sie schmeckt euch ebenso gut wie mir. Amusez-vous avec la recette, mes amis!

Flammkuchen

Meine liebste Variante des Elsässer Flammkuchens

01/04/2018
: 2 Personen
: easy

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Ingredients
  • 200 g Weizenmehl
  • 85 ml warmes Wasser
  • 35 ml neutrales Öl
  • 1 Prise Salz
  • 120 g Saure Sahne
  • 30 g Walnüsse
  • 3 Scheiben Prosciutto
  • 1 Apfel
  • 8 Stiele Thymian
  • 2 EL Honig
  • 1 große Schalotte
  • 60 ml Wasser
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz + Pfeffer
Directions
  • Step 1 Für den Teig Mehl und 1 Prise Salz mischen. Eine Mulde in die Mitte graben. 85 g warmes Wasser und neutrales Öl hineingießen und mit einer Gabel verrühren. Die Mischung auf die Arbeitsfläche geben und mit beiden Händen solange kneten, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist. Mindestens eine halbe Stunde abgedeckt an einem warmen Ort ruhen lassen.
  • Step 2 Währenddessen die Schalotten für den Belag in Ringe schneiden und in einer Pfanne mit einem Esslöffel Olivenöl anbraten. Sobald die Schalottenringe glasig sind, würzen und mit 60 ml Wasser angießen. Auf kleiner Flamme das Wasser verkochen lassen und vom Herd nehmen.
  • Step 3 Den Teig möglichst dünn (ca. 2 mm) auseinanderziehen oder -rollen und auf ein Backpapier legen. Den Ofen mit einem Blech für den Flammkuchen auf 220 °C vorheizen.
  • Step 4 Die Walnüsse grob hacken und den Prosciutto zerrupfen. Den Apfel vierteln, Kerngehäuse entfernen und in kleine Scheiben schneiden. Die Saure Sahne glattrühren, auf dem Teigfladen verstreichen, salzen und pfeffern. Die Zwiebeln, die abgezupften Thymianblätter, den Prosciutto und die Apfelscheiben darauf verteilen. Alles mit Honig beträufeln und zum Schluss die Walnüsse darüber streuen.
  • Step 5 Den Flammkuchen auf das Blech ziehen und für 20 bis 25 Minuten backen, bis der Boden schön knusprig ist. Bon Appétit! 

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