Thought of the Week – Käsekuchen

Käsekuchen

Bei näherer Betrachtung erscheint der Name Käsekuchen etwas schräg! Schließlich enthält das Wort zwei Dinge, die ich normalerweise nicht in einem Satz erwähnen würde: „Es gab Käse zu meinem Kuchen!“, „Reichst du mir bitte den Käse, der muss noch in den Kuchen.“ oder „Am besten schmeckt der Kuchen mit Käse garniert.“. Da ist doch etwas faul! Lasst uns in diesem TOW dem Käse auf den Grund gehen und hinterfragen, was er im Kuchen verloren hat. Und wenn wir schon dabei sind, klären wir auch direkt wann der widersprüchlichen Kuchen erfunden wurde und wozu wir ihn am besten genießen.

GESCHICHTE

Rezepte für die beliebte Leckerei waren schon bei den alten Griechen und Römern bekannt. Somit wäre es möglich, dass Cäsar mit Käsekuchen gestärkt in eine seiner unzähligen Schlachten geritten ist. Vielleicht hat auch Aristoteles sich das ein oder andere Stückchen schmecken lassen, während er die Wolken am Himmel studierte und seine Schlüsse daraus zog. Aber Spaß beiseite: in Deutschland kam der Käsekuchen erst im 16. Jahrhundert an und wurde ab Anfang des 20. Jahrhundert so beliebt wie er es heute noch ist.

„KÄSE“ IM „KUCHEN“

Eigentlich müsste er „Frischkäsekuchen“ und nicht nur „Käsekuchen“ heißen, denn die Hauptzutat, zumindest in der klassisch deutschen Version, ist Quark. Quark wiederum ist eine Frischkäsesorte, also ein wenig gereifter Käse. Somit könnten wir auch Quarkkuchen sagen, was in Österreich auch gemacht wird (eigentlich sagen die Österreicher „Topfenkuchen“, da „Topfen“ aber das österreichische Wort für „Quark“ ist, sagen sie schon „Quarkkuchen“). Nun seht ihr auch, warum wir bei „Käsekuchen“ bleiben sollten: alles andere ist einfach zu kompliziert.

VARIANTEN

Rede ich von Käsekuchen, meine ich die Variante mit Mürbeteig-Boden und einer goldgelben Creme obenauf. Prinzipiell ist das nur eine von vielen Möglichkeiten, für mich jedoch die einzig wahre. Dafür sollte ich mich wahrscheinlich direkt entschuldigen (mache ich aber nicht, haha), denn auch die anderen haben durchaus ihre Vorzüge. So ist ein Käsekuchen ganz ohne Boden, also nur die gebackene Creme, etwas leichter und besser für die schlanke Linie. Der amerikanische Cheesecake wird mit gehaltvollem Frischkäse gemacht und überzeugt vor allem, wenn er einen Keksboden hat. Elegant wird es beim Käsekuchen mit Baiser, der dank seiner Haube das Rustikale verliert. Aus all diesen Varianten dürft ihr nun euren Liebling wählen, meinen kennt ihr ja bereits.

DAZU PASST …

Zu guter Letzt wollen wir darüber sprechen, was am besten zum Käsekuchen passt. Gesucht werden Getränke, die die Süße unterstreichen, der leichten Säure nichts nehmen und im glücklichsten Fall die Cremigkeit hervorheben. Der erste Gedanke geht zu duftigem Kaffee oder Schwarzem Tee. Beides ist gut, aber doch wenig anregend. Mein Favorit wäre jedoch ein halbtrockener Sekt, dessen fruchtige Süße die des Kuchens hervorragend ergänzt. Gleichzeitig harmoniert die Kohlensäure wunderbar mit der Konsistenz und lässt somit nichts mehr zu wünschen übrig. Wer keinen Alkohol trinkt, der kann auf eine leckere Rhabarber-Schorle zurückgreifen (gerne auch im Sektglas, das Auge trinkt schließlich mit!). Süße, Säure und Spritzigkeit sind hier ebenfalls zu finden und geben unserem Käsekuchen, was er braucht.


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