Thought of the Week: Vanille

Vanille

 

 

Ohne große Einleitung stürze ich mich heute direkt in den Thought of the Week, in dem ich euch ein wenig über Vanille berichten möchte. Lehnt euch zurück und lasst euch in die Welt der Königin der Gewürze entführen.

VANILLE ALLGEMEIN 

Die Vanille ist, wie es für eine Königin gebührt, die Frucht einer Blume. Genauer gesagt, die Kapsel (noch eine Kapsel, die fälschlicherweise als Schote bezeichnet wird, s. Okra) einer immergrünen Kletterorchidee. Beheimatet in Mexiko, gelangte sie im 16. Jahrhundert mit den Spaniern nach Europa. Dort wurde verzweifelt versucht die Vanille zu vermehren, was allerdings erst im 19. Jahrhundert gelang. Die Befruchtung, in der mittelamerikanischen Heimat Aufgabe bestimmter Bienenarten und Kolibris, wurde von dann an händisch durchgeführt. Somit wurde Vanille eines der beliebtesten Gewürze der Welt.

Das Vanillearoma ist hochkomplex und wird vom Inhaltsstoff Vanillin bestimmt, das größtenteils in der Schale sitzt. Müsste ich das Aroma beschreiben, würde ich sagen es ist:

  • fein
  • würzig süß
  • harmonisch
  • intensiv

VANILLEARTEN

Insgesamt gibt es an die 150 verschiedenen Vanillearten. Die zwei wichtigsten und bekanntesten sind:

  • Bourbon-Vanille oder Gewürzvanille (vanilla planifolia) – schmale Kapseln mit intensivem Vanillearoma
  • Tahiti Vanille (vanilla tahitensis) – breite Kapseln mit geringerem Vanillingehalt und einem blumigen Aroma

VANILLEANBAU

Vanille wird in Plantagen angebaut. Die Hauptanbaugebiete sind heute Madagaskar, Komoren und La Reunion (ehemals Ile de Bourbon – deshalb der Name Bourbon-Vanille).

Die Vanillepflanze trägt nach drei Jahren das erste Mal süß duftende Blüten, die nach 12 Stunden schon wieder verblühen. Die Vanillebauern müssen wachsam und schnell sein, um die künstliche Bestäubung überhaupt durchführen zu können. Nach einigen Wochen entsteht bei erfolgreicher Befruchtung eine Frucht und erst 8 bis 9 Monate später die schmale, bis zu 30 cm lange Kapsel. Vanille ist nach Safran das zweitteuerste Gewürz der Welt.

Gründe für den hohen Preis:

  • Bestäubung mit der Hand
  • Verarbeitung: langer, zeitintensiv Produktionsprozess, durch den sich das Aroma erst entfaltet

Ernte per Hand -> Wärmebehandlung -> Fermentierung -> Trocknung -> Lagerung

VERWENDUNG & LAGERUNG VON VANILLE

Schon die Azteken nutzen Vanille als Heilmittel, Aphrodisiakum oder einfach um ihren Kakao zu würzen. Noch heute findet die Vanille in vielen Bereichen Verwendung wie in der süßen und herzhaften Küche, der Getränkeherstellung (Fun Fact: Coca Cola und Pepsi sind die größten Vanilleabnehmer der Welt), der Schokoladenindustrie, etc.

Frische Vanillestangen sollten

  • dunkelbraun
  • biegsam
  • ölig
  • nicht trocken

sein. Ist die Vanillekapsel mit weißen Stellen überzogen, handelt es sich nicht um Schimmel, sondern um Vanillekristalle, die ein besonderes Qualitätsmerkmal darstellen. Frische Vanille sollte kühl, dunkel und luftdicht gelagert werden.

Um sie verwenden zu können, wird die Kapsel der Länge nach aufgeschnitten und das Mark herauskratzen. Die ausgeschabten Schoten kann wiederverwendet werden: auswaschen und trocknen, in Flüssigkeit auskochen oder für echten Vanillezucker mit Zucker mischen und luftdicht lagern.

Ist die Vanillestange eingetrocknet kann man sie in einem warmen Wasserbad für einige Minuten einlegen und über Nacht mit einem aufgeschnittenen Apfel in einem luftdichten Gefäß aufbewahren, um Feuchtigkeit zu ziehen.


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