Thought of the Week: Rhabarber

Rhabarber

Am Dienstag gab es meinen leckeren Rhabarber-Sirup auf dem Blog und heute gibt es hier im TOW ein paar spannende Infos zum Rhabarber selbst. Unkreativ, aber passend.

BOTANISCH

Die lateinische Bezeichnung des Rhabarbers lautet „rheum barbarum“ und bedeutet so viel wie „Wurzel der Barbaren“. Das interessant benannte Knöterichgewächs wird dem Gemüse zugezählt. Anfangs hat mich das etwas wundert, da ich, wie viele andere auch, Rhabarber meist für Kuchen und Süßspeisen benutze, also eher wie eine Frucht einsetze. Jedoch essen wir tatsächlich nicht den eigentlichen Fruchtstand, sondern einen Teil der Pflanze: Team Gemüse. Dagegen könnte man sagen, dass Rhabarber mehrjährig ist: Team Frucht. Nun ja, die meisten von uns werden keine pedantischen Biologen sein, also lassen wir das und erfreuen uns an der Portion Gemüse in unserem Kuchen.

ARTEN

In meinem Kopf ist Rhabarber innen grün und außen rot. Mein Kopf unterliegt da allerdings einem Irrtum, der durch eine einzige Pflanze im Garten meiner Eltern geprägt wurde. Natürlich gibt es eben jenen, von mir beschriebenen Rhabarber. Daneben gibt es noch zwei weitere Varianten: eine komplett rot, innen wie außen und eine komplett grün, innen wie außen. Je grüner der Rhabarber ist, um so saurer kommt er daher. Die Roten sind zarter und fruchtiger im Geschmack. Für alle gilt, dass sie umso milder sind, je jünger sie geerntet werden.

Somit wären wir auch schon beim nächsten Thema: wie Rhabarber richtig ernten? Habt ihr eine Pflanze im Garten, achtet zuerst darauf, dass die Stiele mindestens 25 cm lang und glatt sind. Nehmt einen Stiel in die Hand und dreht ihn mit einem beherzten Ruck aus der Anwachsstelle hinaus. Um eure Pflanze nicht zu sehr zu schwächen, solltet ihr pro Jahr nicht mehr als die Hälfte der Staude abernten.

SAISON

Damit zur Saison, in der wir den Rhabarber genießen dürfen. Die ist beschränkt auf die Zeit von Anfang April bis Ende Mai. Witterungsabhängig kann sogar noch bis in den Juni geerntet und gekauft werden. Ab Juli ist Schluss und das hat einen guten Grund. Die Oxalsäure in den Stielen steigt soweit an, dass der Verzehr nicht mehr empfehlenswert ist.

Oxalsäure ist ein Inhaltstoff, aufgrund dessen sich viele Menschen Gedanken machen, ob Rhabarber gut für sie ist. Seid jedoch unbesorgt, Rhabarber ist richtig gesund. Er enthält viel Vitamin C und hat wenig Kalorien. Die Oxalsäure steigt über die Wachstumsphase stetig an und ist in Kombination mit Apfel- sowie Zitronensäure für den säuerlichen Geschmack verantwortlich. In der Saison und bei normalen Verzehrmengen ist sie jedoch unbedenklich. Kocht den Rhabarber gut durch und esst ihn in Kombination mit einem Milchprodukt, so wird die Säure weitestgehend gebunden.

ANWENDUNG

Wie bereits erwähnt, ist Rhabarber in Kuchen und Süßspeisen der absolute Bringer. Die Säure balanciert süßen Geschmack wunderbar aus. Die Kombination lässt eine Frische entstehen, die perfekt zum Frühling passt. Solltet ihr euch noch fragen, was ihr mit dem leckeren Gemüse anfange sollt, dann denkt einfach an die eben erwähnten Punkte: in der Saison, nicht zu viel, kochen und mit einem Milchprodukt. Schon ergibt sich ein ganzes Füllhorn an Möglichkeiten: Rhabarber-Tarte-Tatin mit Schlagsahne, Vanilleeis mit Rhabarberkompott, Rhabarber-Erdbeer-Konfitüre auf Frischkäse-Brötchen, Rhabarber-Sirup im Prosecco und dazu Erdbeer-Mozzarella-Spießchen, … Wer hier nichts findet, meldet sich bitte bei mir. Jedoch möchte ich vorab kurz warnen: ich könnte ins Schwärmen geraten!


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